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Burgruine Liebenstein

Geschichte
Wissenswertes zur Burgruine Liebenstein

„Dem festen Haus Liebenstein“

Der älteste Teil der Burg Liebenstein entstand bereits vor dem 14. Jahrhundert, vermutlich als Außenposten der Burg Frankenstein (bei Bad Salzungen). Erstmals urkundlich erwähnt wird die Burg 1360 in einem Lehnsbrief. Damals wurde die Familie vom Stein, auf der benachbarten Burg Steyn lebend, vom sächsischen Markgrafen zu Meißen und Landgrafen zu Thüringen, Friedrich dem Strengen, mit „dem festen Haus Liebenstein“ belehnt. Die Gebrüder vom Stein verpflichteten sich dafür, die Burg bei militärischen Auseinandersetzungen zur Verfügung zu stellen. Man geht davon aus, dass sie spätestens ab 1386 die Burg bewohnten, da für dieses Jahr die Finanzierung einer Kapelle auf Burg Liebenstein urkundlich nachgewiesen ist.

Von nun an hieß die Familie vom Stein zum Liebenstein. Im Bauernkrieg 1525 wurde die Burg nicht angegriffen, da Philipp vom Stein auf die Forderungen der Bauern des sogenannten Werrahaufens einging. Ab 1533 war Asmus vom Stein zum Liebenstein Mitbesitzer der Burg, ab 1536 durch einen Erbfall Alleinbesitzer aller Steinschen Güter. Er wählte die Burg um 1548 zum Wohnsitz, ließ sie renovieren und ausbauen. 1554 verlegte er den Eingang zur Kernburg an die heutige Stelle. Eine Zugbrücke verband ihn mit der Ringmauer.

Der zweite Sohn von Asmus, Hermann vom Stein zum Liebenstein, sanierte die Burg ab etwa 1599 und leitete damit deren letzte Blütezeit ein. Diese erreichte ihren Höhepunkt zwischen 1608 und 1618 mit der Erschließung der Heilquelle und der anfänglichen Entwicklung der kleinen Gemeinde Sauerborn unterhalb des Liebensteins zu einem Heilbad. Mit dem Ausbruch des 30-jährigen Kriegs (1618–1648) begann der Niedergang der Burg Liebenstein. Während des Krieges lebten zwar noch zwei Söhne von Hermann auf der Burg, doch Verwüstungen setzten dem Bauwerk zu und die Familie verlor fast alle Kinder. Nach dem Tod des letzten männlichen Nachkommen (1673) fiel die Burg als erledigtes Lehen an Herzog Ernst I. von Sachsen-Gotha (1601–1675). Im Jahre 1678 verließen die letzten Familienmitglieder die Burg. Mit der Gründung des Herzogtums Sachsen-Meiningen erhielt 1681 Herzog Bernhard I. (1649–1706) die Burg Liebenstein

Nach einem Brand verfiel die Burg und galt bereits im 18. Jahrhundert als Ruine. Nach mehrfachen Verkäufen ging sie 1800 an Herzog Georg I. von Sachsen-Meiningen (1761–1803). Dieser ließ Sicherungsarbeiten durchführen und die Bogenbrücke zum Eingang anlegen. 1926 gründete sich die Burggemeinde Liebenstein und kümmerte sich bis zum 2. Weltkrieg um die Erhaltung der Burg. 1932 errichtete sie z.B. den Aussichtsturm und die Blockhütte am Fuße der Ruine. Heute übernehmen die Natur- und Heimatfreunde Bad Liebenstein liebevoll und engagiert diese Aufgabe.

Festlichkeiten

650-Jahre bestehen der Burgruine

2010 feierten die Bad Liebensteiner das 650-jährige Bestehen der Burg. Alle zwei Jahre gibt es hier ein Burgfest mit mittelalterlichem Flair, das bei Gästen und Einheimischen enormen Anklang findet. Das nächste Fest findet 2016 statt. Bei geeignetem Wetter steht die Burg ganzjährig für Besucher offen – als Zeichen weht die Fahne über dem Turm-, auch Führungen sind möglich. Weitere Informationen dazu erhalten Sie in der Bad Liebenstein Information.