Burgruine


Burgruine von Bad Liebenstein

Die Burg in Bad Liebenstein wurde als Außenposten des Frankensteiner Schlosses bei Bad Salzungen im 12. Und 13. Jahrhundert erbaut und 1353 erstmals urkundlich erwähnt.
Sie gilt heute als Wahrzeichen der Stadt.

In alten Urkunden ist nachzulesen, dass Familie vom Stein zu Altenstein *, eben die, welche auf dem benachbarten Altenstein saßen, im Jahr 1360 vom Thüringer Landgrafen mit Burg Liebenstein belehnt wurden.
Die Gebrüder vom Stein verpflichten sich dem Thüringer Landgrafen Balthasar gegenüber im Gegenzug, die Burg bei militärischen Auseinandersetzungen zur Verfügung zu stellen.
1386 wird die Burg bezogen. Die Adligen nennen sich nun vom Stein zum Liebenstein.
Im Bauernkrieg 1525 konnte die Burg Liebenstein unter dem Burgherren Lips von Stein gerettet werden, weil er sich den Bauern zum Schein unterwarf und so seinen Besitz vor der Zerstörung und Plünderung retten konnte.

Um 1548 erbte Asmus vom Stein zum Liebenstein alle Familienbesitztümer, wählte die Burg Liebenstein als Wohnsitz und ließ sie renovieren und umbauen.
1554 wird der Burgzugang durch Asmus höher gelegt und die Burgbefestigung verstärkt.  Grund dafür war eine Belagerung der Braunschweiger Truppen, gegen die man sich zu Wehr setzte.

Die  letzte Blütezeit der Burg beginnt mit dem Einzug der Familie um Herrmann vom Stein zu Liebenstein.
1567 wird die Burg in Abwesenheit des Burgherrn kampflos von den Gardeschützen des Kaisers Maximilian II. eingenommen und besetzt. Ein im gleichen Jahr erwähnter Brand zerstörte Teile der Burg, die bis 1599 durch Hermann von Stein saniert und wieder aufgebaut wurde.

Vom 1608 bis 1618 besucht der Freund und Lehnsherrn Herzog Johann Casimir die Burg und lässt sich von der heilenden Wirkung des Wassers  einer unterhalb des Burgberges im Jahre 1610 entdeckten Quelle überzeugen.
Es beginnt die Zeit des Heilbades in Liebenstein. Herman lässt die Siedlung Suirborn (Sauerbrunnen) anlegen und eine Schule errichten. Jedoch ist mit Beginn des 30jährigen Kriegs und dem Tod Hermanns  vom Stein endet die Blütezeit der Burg Liebenstein.

1673 stirbt der letzte männliche Nachkomme der Besitzer von Burg Liebenstein. Das Anwesen wird zu einem erledigten Lehen und geht an Herzog Ernst I. der Frommen über. 1678 werden die letzten Familienmitglieder die Burg verlassen, die zusehens verfällt und langsam ihrem heutigen Antlitz  immer näher kommt.

Im Zuge der Teilungen der ernestinischen Herzogtümer gelangte die Burg an das Herzoghaus Sachsen-Meiningen.

1800 wechselt sie ihren Besitz und geht an Herzog Georg I. von Sachsen-Meiningen über. Dieser führt Sicherungsarbeiten durch und errichtet die Bogenbrücke am Burgzugang. In den nachfolgenden Jahrzehnten wird die Burg oft umgebaut, saniert und verändert. Jedoch verfiel sie schließlich mangels Pflege zur Ruine.

1932 errichtete die Burggemeinde Liebenstein einen Aussichtsturm und eine Blockhütte am Fuße der Ruine. Durch die Rundumsicht des Aussichtsturmes wurde der Wert der Burg enorm aufgewertet. Seit 1948 ist die Burgruine der Verwaltung der Stadt Bad Liebenstein unterstellt, die immer wieder Sicherungsarbeiten mit Unterstützung des Kulturbundes der DDR und Hilfe von Oberschülern der Region durchführen ließen.

1991 begann der Natur- und Heimatfreunde e.V. Bad Liebenstein mit der Betreuung der Burgruine. Seit 1998 übernimmt die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten die Ruine und schloss einen Betreuungsvertrag mit dem Natur- und Heimatfreunde e.V. Bad Liebenstein.
Um die Jahrtausendwende gab es einen Neuaufbau der Innen- und Außentreppe.
2001 wurden neue Strom- und Wasseranschlüsse verlegt und die Burg wird weit in das Land sichtbar, von außen angestrahlt.

2010 feierten die Liebensteiner das 650 Jährige Bestehen Ihrerr Burg.

Alle zwei Jahre gibt es hier ein Burgfest mit mittelalterlichem Flair, dass bei Gästen und Einheimischen enormen Anklang findet und sich für einen Besuch allemal lohnt.

Bei geeignetem Wetter steht die Burg für Besucher offen. Auch Führungen durch die Burgruine sind möglich. Ob die Ruine geöffnet ist, erkannt man an der gehissten Flagge.

* Siehe auch „Schloss Altenstein“

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