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Carl Wagner

Leben & Wirken

Carl Wagner wurde am 19. Oktober 1796 in Roßdorf in der Rhön geboren. Sein Vater war der Dichter Johann Ernst Wagner (1769–1812). Die ersten Jahre seiner Kindheit lebte Wagner in Roßdorf, 1804 zog die Familie dann in die Residenzstadt Meiningen um. Hier arbeitete der Vater als Kabinettssekretär, Bibliothekar und Theaterdramaturg am herzoglichen Hof. In den Jahren 1808/09 veröffentlichte dieser den zweibändigen Reiseführer „Reisen aus der Fremde in die Heimath“, in dem er auch Bad Liebenstein eingehend beschreibt. Es ist anzunehmen, dass Carl Wagner bereits in Kindheitstagen Bad Liebenstein und Schloss und Park Altenstein kennenlernte.

Von 1813 bis 1816 studierte Wagner an der Forstakademie Dreißigacker in Meiningen sowie an der Forstakademie Tharandt bei Dresden. Ein Jahr später begann er ein Malereistudium an der Dresdner Kunstakademie, welches er 1820 abschloss. Danach kehrte er in seine Heimatstadt Meiningen zurück, wo ihn  Herzog Bernhard II. von Sachsen-Meiningen (1800–1882) zum Hofmaler und Galerieinspektor ernannte.

In den Jahren 1822 bis 1825 bereiste Wagner Italien, wo er sich mit dem Künstler Ludwig Richter (1803–1884) anfreundete. Durch dessen Vermittlung hat er dort vermutlich auch den aus Barchfeld stammenden Darmstädter Theatermaler Johann Heinrich Schilbach (1798–1851) getroffen. Bekannt ist, dass Schilbach und Richter gemeinsam durch die Sabiner Berge wanderten und Wagner ebenda Skizzen auf dem gleichen Papier anfertigte wie Richter.

Nach seiner Rückkehr nach Meiningen nahm Wagner seine Tätigkeiten als Hofmaler wieder auf und begleitete in den folgenden Sommern wohl die herzogliche Familie auf Schloss Altenstein und nach Bad Liebenstein. In dieser Zeit entstanden vermutlich die Ansichten von Bad Liebenstein, Schloss Altenstein sowie Motive des Altensteiner Parks und Glücksbrunns.
Im Sommer 1862 reiste Wagner in die Schweiz, wo er u. a. Pontresina, Poschiavo und den Bernina-Pass besichtigte und zeichnerisch festhielt. Eine letzte Reise in die Schweizer Alpen, u. a. nach Grafenort, fand 1864 statt. Carl Wagner starb am 10. Februar 1867 in Meiningen.

Der Großteil seiner Gemälde, Zeichnungen und Radierungen befindet sich heute im Besitz von Schloss Elisabethenburg in Meiningen. Zahlreiche Werke jedoch zirkulieren auch immer wieder auf dem internationalen Kunst- und Antiquitätenmarkt