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Herzog Georg II.

Leben & Wirken

Georg II. von Sachsen-Meiningen (1826–1914) verstand es wie kaum ein Zweiter, seine Rollen als Machtpolitiker und als Künstler miteinander in Einklang zu bringen: Zum einen wurde er als Schöpfer eines „liberalen Musterstaates“ im Herzogtum Sachsen-Meiningen gewürdigt, zum anderen entwickelte er als „Theaterherzog“ das moderne Regietheater.

Nach der Übernahme der Regentschaft brachte Georg II. ab 1873 wichtige Reformen im Staatswesen auf den Weg. Berühmt wurde er aber vor allem durch sein Wirken für das Theater und insbesondere beim Aufbau des Meininger Hoftheaters. Er führte selbst Regie, entwarf Kostüme und ging mit seinen grundlegenden Neuerungen des Regietheaters in die Kulturgeschichte ein. Zusammen mit seiner dritten Frau, der Schauspielerin Ellen Franz, der späteren Freifrau von Heldburg (Hochzeit 1873 in Bad Liebenstein), und Regisseur Ludwig Chronegk führte der „Theaterherzog“ die Meininger Gruppe zu internationalem Ruhm mit Auftritten in Berlin, Wien, London und anderen großen Städten Europas. Durch diese Tourneen verbreiteten sich seine Ideen des modernen Regietheaters rasch auf den Bühnen der Welt. Die Meininger Hofkapelle gelangte in dieser Zeit zu Weltruhm.

Schon in frühen Kindertagen erkannte man in Georg einen hochbegabten Jungen. Eine frühkindliche musische Erziehung und die spätere schulische Ausbildung an der damals neu gegründeten klassisch-mathematischen Erziehungsanstalt legten den Grundstein für sein späteres Handeln und Wirken.

Auch das kulturelle Leben in der Region Bad Liebenstein prägte der Herzog nachhaltig. Zu seinen regelmäßigen Aufenthalten in der Stadt und auf dem Altenstein begleiteten ihn immer wieder prominente Gäste. Vor allem aber seine Bautätigkeit war es, die Bad Liebenstein bis heute ein besonderes Flair verleiht: zu seinen Projekten zählen u.a. die Umgestaltung des Schlosses Altenstein, der Bau der Villa Feodora und der Villa Georg.

Schloss Altenstein wurde durch Georg II. nach englischem Vorbild im Stil der Neorenaissance umgestaltet und diente der Herzogsfamilie ab 1890 alljährlich im Spätsommer bis zum Winteranfang als Hauptwohnsitz. Die Villa Feodora, am Fuße der Burgruine im historischen Kurviertel gelegen, wurde im Stil eines Schweizerhauses erbaut. Georg II., damals noch Erbprinz, benannte die Villa nach seiner zweiten Ehefrau Prinzessin Feodora von Hohenlohe-Langenburg (1837–1872). 1872 erbaute Georg II. die Villa Georg, seine Sommerresidenz, im englischen Landhausstil, in der er bis zur Fertigstellung des Umbaus von Schloss Altenstein im Jahre 1889 wohnte und seine dritte Ehefrau heiratete. Danach wurde es als Gästehaus der Meininger Herzogsfamilie genutzt.