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Fürstenhaus Palais Weimar

Geschichte
Geschichte des Palais Weimar

Das Fürstenhaus Palais Weimar

Während der Sommermonate galt Liebenstein als Treffpunkt zahlreicher Fürstlichkeiten, die sich bei glänzenden Festen, Maskeraden und Theatervorstellungen vergnügten. Herzog Georg gründete eine Brunnengesellschaft, um Fürstlichkeiten, wohlbegüterte Bürger und Künstler an Liebenstein zu fesseln. Dieser gehörten u. a. an: Jean Paul, Musäus, Mosengeil, Ernst Wagner, Herzog Karl August von Weimar, die Fürsten von Schwarzburg, Reuß und Hessen-Phillipstal, sowie Gelehrte aus allen Teilen Deutschlands. 1803 besuchte Goethefreundin Charlotte von Stein das Kurbad.

Als Herzog Georg I. von Sachsen-Meiningen 1803 starb und Erbprinz Bernhard erst drei Jahre alt war, übernahm seine Witwe die Regentschaft und setzte die Liebenstein betreffenden Pläne ihres Gatten fort. Man begann mit dem Bau des Fürstenhauses, das 1806 als sommerlicher Witwensitz von der Herzogin und ihren drei Kindern bezogen werden konnte. Die zweite Tochter des Herzogs, Ida, heiratete 1816 den Herzog Carl Bernhard von Weimar. 

1836 ging das Haus in ihren Besitz über und hieß seitdem „Palais Weimar“. Mit seiner Vorhalle, die von vier dorischen Säulen gestützt wird, der Kuppel und der großen Freitreppe ist dieses Gebäude ein weiteres architektonisches Kleinod Bad Liebensteins. Zwölf ionische Säulen, Rankenfries und 360 römische Kassetten, die sich nach oben bis zur Glaskuppel verjüngen, geben dieser hohen Kuppel eine symmetrische Gliederung und zeugen vom Kunstsinn des Herzogs.

1834 wurde Liebenstein durch den Besuch der Königin Adelheid von England, erster Tochter von Herzog Georg I. von Sachsen-Meiningen, zu einer „europäischen Hofburg“, wo sich „gekrönte Häupter“, betresste Minister sowie der Brief- und Geldadel ein Stelldichein gaben. Nach 1900 ging das „Palais Weimar“ an mehrere Badebesitzer über, u. a. an Graf Wiser und die Gräfin Rüdiger. Seit 1935 war es Klubhaus für Kurgäste und beherbergt seit 1972 die Stadt- und Kurbibliothek.